EU AI Act: Was Unternehmen JETZT wissen müssen

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Der EU AI Act ist keine Zukunftsmusik mehr.
Er ist der erste umfassende Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz weltweit – und betrifft Unternehmen bereits heute.

Der entscheidende Punkt:
Es geht nicht um zukünftige Innovationen. Es geht um aktuelle Nutzung.

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist eine europäische Verordnung, die sicherstellen soll, dass KI sicher, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Statt KI zu verbieten, verfolgt der EU AI Act einen risikobasierten Ansatz:
KI-Systeme werden danach eingeteilt, welches Risiko sie für Menschen und Gesellschaft darstellen.

Je höher das Risiko, desto strenger die Anforderungen.

Wen betrifft der EU AI Act?

Der EU AI Act gilt für:

  • Unternehmen mit Sitz in der EU
  • Unternehmen außerhalb der EU, wenn ihre KI in der EU eingesetzt wird
  • Anbieter und Anwender von KI-Systemen

Wenn Ihr Unternehmen z. B. nutzt:

  • ChatGPT oder andere generative KI-Tools
  • KI in HR, Recruiting oder Leistungsbewertung
  • KI-gestützte Entscheidungsprozesse
  • Kundennahe KI-Anwendungen

Dann sind Sie betroffen.

Die Risikokategorien – vereinfacht erklärt
1. Unzulässiges Risiko

KI-Systeme, die Menschen manipulieren oder Grundrechte verletzen.
➡️ Diese Systeme sind verboten.

2. Hohes Risiko

KI in sensiblen Bereichen wie:

  • Personalentscheidungen
  • Kreditwürdigkeit
  • Bildung
  • Gesundheitswesen
  • Strafverfolgung

➡️ Strenge Anforderungen, z. B. Dokumentation, Risikomanagement und menschliche Aufsicht.

3. Begrenztes Risiko

KI-Systeme mit direkter Interaktion mit Menschen (z. B. Chatbots).
➡️ Transparenzpflichten – Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren.

4. Minimales Risiko

Niedrig-riskante Anwendungen wie Bildbearbeitung oder Spamfilter.
➡️ Keine neuen Pflichten, freiwillige Best Practices empfohlen.

Was sich für Unternehmen jetzt ändert

Auch vor vollständiger Umsetzung sollten Unternehmen jetzt handeln.

Erwartet wird u. a.:

  • Kenntnis darüber, welche KI im Einsatz ist
  • Klare Verantwortlichkeiten
  • Verständliche interne Regeln
  • Abstimmung mit der DSGVO
  • Dokumentation, die prüfbar ist

Abwarten führt häufig zu höheren Kosten, Zeitdruck und unnötigen Risiken.

Häufige Missverständnisse

„Wir nutzen nur Standard-Tools – das betrifft uns nicht.“
→ Auch bei Drittanbieter-Tools bleibt die Verantwortung beim Unternehmen.

„Darum kümmern wir uns später.“
→ Unstrukturierte KI-Nutzung später aufzuräumen ist deutlich teurer.

„Das ist ein reines Rechtsthema.“
→ In der Praxis ist es vor allem eine Governance- und Organisationsfrage.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Ein pragmatischer Einstieg:

  1. Ein KI-Inventar erstellen
  2. Zuständigkeiten und Entscheidungswege festlegen
  3. Klare Nutzungsregeln definieren
  4. KI-Einsatz mit DSGVO & EU AI Act abstimmen
  5. Teams befähigen statt blockieren

Erst Ordnung. Dann Konformität.

Fazit

Der EU AI Act soll Innovation nicht bremsen.
Er belohnt Unternehmen, die KI bewusst und verantwortungsvoll einsetzen.

Wer früh startet, gewinnt:

  • Klarheit
  • Rechtssicherheit
  • Geschwindigkeit
  • Vertrauen – intern wie extern

KI bleibt.
Die Frage ist nur: chaotisch oder strukturiert?

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